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am 5. Juni

Geschichte kann man nicht neutralisieren – Verantwortung darf man nicht neutralisieren

Manfred Hackl - Die GRÜNEN Braunau sprechen sich explizit dafür aus, dass der Mahnstein im unmittelbaren Umfeld des Geburtshauses bleibt

 

 

„Für Frieden, Freiheit und Demokratie – Nie wieder Faschismus – Millionen Tote mahnen“ steht auf einem Stein aus dem Konzentrationslager Mauthausen, der 1989 unter Bürgermeister Gerhard Skiba vor dem Haus in der Salzburger Vorstadt 15 aufgestellt wurde. Zum 100. Jahrestag der Geburt des „großen Führers“ Adolf Hitler, des größten Massenmörders der Geschichte.

 

Nun soll nach einem Vorschlag des Innenministeriums gemeinsam mit dem Umbau dieses Hauses zu einer Polizeistation dieser Stein in ein Museum nach Wien entsorgt werden, um das Gebäude „vollständig zu neutralisieren“. Es ist gut und wichtig, dass Braunau und das Geburtshaus nicht zu einer Pilgerstätte für alte und neue Nazis werden. Da mag auch die Nutzung durch die Polizei abschreckend wirken, auch wenn uns GRÜNEN eine soziale Einrichtungen wie Lebenshilfe lieber gewesen wäre. Aber Eigentümerin ist die Republik Österreich, die sich nach der Enteignung gesetzeskonform für eine Nutzung durch eine Behörde ausgesprochen hat.

 

Geschichte kann man nicht auslöschen, Erinnerung soll man nicht auslöschen, und Verantwortung darf man nicht auslöschen.

 

Auch wenn Adolf Hitler nur seine „Windeljahre“ in Braunau verbracht hat und hier in der NS Zeit nicht mehr Gräueltaten begangen wurden als im Rest des Reiches, ist der Ort der Geburt doch ein besonderer. Der Ort, wo das Übel seinen Anfang nahm, und wo daher besonders gedacht werden soll, wo gemahnt werden soll, dass solche Zeiten und solche Verbrechen nie wieder sein dürfen.

 

Daher sprechen sich die GRÜNEN Braunau explizit dafür aus, dass der Mahnstein im unmittelbaren Umfeld des Geburtshauses bleibt.

 

Die Lage direkt vor dem Gebäude hat schon seinen Sinn, denn so wird jede Touristin und jeder Tourist, der das Haus sucht, findet und fotografiert, auch mit dieser Mahnung konfrontiert.

Der Mahnstein ist Eigentum der Stadtgemeinde Braunau und steht auf öffentlichem Grund der Stadt. Daher obliegt es auch den politischen Gremien der Stadt über dessen Verwendung zu entscheiden. So haben wir auch großes Vertrauen in unsere Gremien, dass der Mahnstein zur Erinnerung an die Verbrechen der NS Zeit vor dem Geburtshaus erhalten bleibt.

 

Da im Hitlerhaus nach den Plänen des Siegerprojekts des Architekturwettbewerbs keine Auseinandersetzung mit der NS Zeit stattfinden wird, liegt umso mehr Verantwortung bei der Stadt Braunau. Durch konsequente Fortführung der vom Verein für Zeitgeschichte erfolgreich organisierten Braunauer Zeitgeschichte Tage, die jährlich stattfindende stimmige Mahnsteinfeier, durch entschiedenes Auftreten gegen jede Form von Rechtsextremismus, aber auch durch neue Ideen und Zeichen, die noch zu entwickeln sind.

 

Eines der Projekt des Wettbewerbs hätte eine solche Mahn- und Erinnerungsfunktion erfüllt: vom Haus wäre die Fassade stehen geblieben, das Innere mit dem Schutt des Hauses gefüllt, und Bäumen, die aus dem Schutt als Zeichen der Hoffnung gegen den Himmel wachsen. Leider erfüllte dieses Projekt nicht die Zielvorgaben des Ministeriums. 

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